Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für
Traditionelle Chinesische Medizin e.V.

In ihrer mehr als 2000jährigen Geschichte hat sich die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) zu dem entwickelt, was sie heute ist. Als ein komplexes diagnostisches und therapeutisches System mit ganzheitsorientiertem Ansatz beinhaltet sie die Akupunktur nur als einen therapeutischen Ansatz neben anderen Therapieverfahren wie Arzneimitteltherapie, Diätetik, Tuina und Qi Gong. Die derzeitige Situation in Deutschland stellt sich diesbezüglich eher umgekehrt dar. Hier findet sich die TCM oft auf einzelne Teilaspekte reduziert als Randerscheinung oder Anhängsel von Akupunkturausbildungen. Erfahrene Behandler erkennen aber deutlich die Grenzen der Akupunktur und die Möglichkeit, in sinnvoller Kombination mit anderen Therapiemethoden der TCM die Heilerfolge deutlich zu verbessern.

Dies gilt insbesondere für die Kochrezeptakupunktur ohne chinesische Diagnose im 10-Minuten-Takt. Die Patienten sind dementsprechend verwirrt und kennen oftmals nicht den Unterschied zwischen einer symptomorientierten Akupunktur und einer differenzierten TCM-Behandlung. Beide Vorgehensweisen haben ihre Daseinsberechtigung und zeigen eindeutige Therapieerfolge. Dennoch sind sie nicht gleichzusetzen. Der TCM-Therapeut absolviert eine umfangreichere und komplexere Ausbildung als sein Kollege mit einer Akupunkturgrundausbildung. Aufgrund dieser Weiterbildung, die ihn neben intensiveren Zeitaufwand auch mehr finanziellen Einsatz kostet, ist er allerdings auch in der Lage, komplexere Krankheitsbilder sicher, verantwortlich und oft effektiver anzugehen. Allerdings wird in Deutschland, anders als bei einigen europäischen Nachbarn, von vielen Ausbildungsinstituten eine derart komplexe Ausbildung nicht angeboten. Aktuelle berufspolitische Entwicklungen berücksichtigen diese Unterschiede in Ausbildungsaufwand, Kosten und Arbeitsweise nicht ausreichend. Klinische Studien, wenn auch häufig “nach Kriterien der TCM” deklariert, weisen oft keine Differenzierung gemäß der TCM in der Behandlung auf.

Aus den oben genannten Gründen kam es im Dezember 1997 zur Gründung der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (DWGTCM) durch eine Gruppe unabhängiger, schon seit vielen Jahren in der TCM erfahrener Ärzte. Die DWGTCM stellt ausdrücklich keine weitere Ausbildungsstätte dar. Dies soll deutlich machen, daß es nicht um ein konkurrenzorientiertes Eindringen in den ohnehin schon hart umkämpften Akupunkturmarkt geht. Vielmehr steht die Kooperation mit allen bestehenden Anbietern von Ausbildungen, die an einer besseren Qualität, wissenschaftlichen Evaluation und berufspolitischen Vertretung der TCM interessiert sind, im Vordergrund. Die Zusammensetzung des Vorstandes spiegelt diese Kooperationsbereitschaft und das weitgefächerte Potential der DWGTCM wider. Neben der Berücksichtigung der Interessen der zumeist im niedergelassenen Bereich tätigen TCM-Ärzte sind durch die Anbindung an die 1. Deutsche Klinik für TCM Kötzting und die Universtät Witten/Herdecke auch der klinisch-stationäre und wissenschaftlich-universitäre Bereich abgedeckt. Über Sinologen besteht Zugang zu Originalquellen und klassischen Texten.

Die Ziele im Einzelnen.