Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für
Traditionelle Chinesische Medizin e.V.

Sommer:

Es ist heiß und oftmals schwül. Kreislaufprobleme, Allergien, Sommergrippe und die Beschwerden der Reisezeit (Reiseübelkeit) werden in dieser Jahreszeit am häufigsten beklagt.

Kreislaufprobleme entstehen oft aus mehreren Gründen: Die einen trinken zu wenig während die anderen zu wenig schwitzen. Das Zu-wenig-Trinken wird in der chinesischen Medizin anders gesehen als in der westlichen Medizin: es ist nicht immer gut, unabhängig von den Umgebungstemperaturen mindestens zwei Liter pro Tag zu trinken. Aber im Sommer bei hohen Außentemperaturen ist es auch in der TCM sehr wichtig, die durch das Schwitzen entstandenen Flüssigkeitsverluste wieder auszugleichen. Und dabei kommt es dann weniger auf das Wieviel? als vielmehr auf das Was? an.

Das führt auch zu den nächsten zu besprechenden Sommerbeschwerden: Allergien und Sommergrippe. In der TCM kommt der Nahrung und ihrer energetischen Wirkung auf den Körper eine maßgebliche Rolle zu. Im Sommer  nimmt das Trinken einen erheblichen Anteil unserer Nahrung ein. In Mitteleuropa und in noch stärkerem Ausmaß in Nordamerika werden im Sommer vor allem eisgekühlte süße Getränke und Speiseeis konsumiert. Das führt aus TCM-Sicht bei übermäßigen oder ausschließlichem Genuß zu energetischen Ungleichgewichten im Körper: Die Kombination aus süß und kalt schwächt die Mitte des Körpers, wo Nahrung in die Lebensenergie “Qi” umgewandelt wird. Dadurch fehlen dem Körper langfristig Energien zur Abwehr und die kalte Nahrung kann zum Krankheitsfaktor selbst werden: Die Kälte der Nahrung plus durch Schwitzen und Zugluft eingedrungene Kälte führt zu Sommergrippe. Ebenso geben die kalten Speisen falsche energetische Signale an den Körper, die diesen aus dem Gleichgewicht bringen. Eigentlich harmlose äußere Faktoren werden dann zur Bedrohung: Allergien melden sich. Deshalb ist es wichtig, weniger gekühlte aus vielmehr kühlende Getränke zu sich zu nehmen. Dazu zählt in China und Japan seit Jahrhunderten der (Grüne) Tee. Hierzulande meist wenig beliebt (, da oft zu lange und zu heiß aufgebrüht), verhilft er in den genannten Ländern zu sommerlichen Wohlbefinden. Er muß auch nicht zwangsläufig heiß getrunken werden, sondern man kann ihn bei Zimmertemperatur mit verschiedenen jahreszeit-gerechten Fruchtsäften gesüßt auch einfach so trinken. Die Sortenvielfalt ist unglaublich und jeder kann seinen Tee finden. Probieren Sie es.

Sommerzeit ist auch Reisezeit und damit für viele Zeit der Reiseübelkeit. Hier hilft Ingwer. Am besten frisch oder als Ingwerpräparat aus der Apotheke oder als selbstgemachtes frisches Ginger Ale vermindert er die Häufigkeit und die Ausprägung von Reiseübelkeit. In hartnäckigen Fällen empfiehlt sich die Langzeiteinnahme über mehr als 6 Tage.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Hinweisen Erleichterung bei ihren Sommerbeschwerden verschafft zu haben. Wenn trotzdem und weiterhin Probleme bestehen, konsultieren Sie Ihren TCM-Therapeuten (z.B. von der DWGTCM-Therapeutenliste .

Das DWGTCM-Team wünscht Ihnen gute Besserung!