Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für
Traditionelle Chinesische Medizin e.V.

Als eine europäische wissenschaftliche Gesellschaft, die sich der Traditionellen Chinesischen Medizin verschrieben hat, bewegen wir uns zwischen zwei Welten: Hier die sogenannte aufgeklärte monotheistische westliche Welt und dort konfuzianisch-daoistisch-buddhistische chinesische Gedankenwelt. Diese Welten mit ihren höchst unterschiedlichen Medizinsystemen streben jedoch ein und das selbe an: die Heilung oder Linderung von Leiden kranker Menschen. Trotzdessen erscheinen die Unterschiede zwischen den medizinischen Weltbildern unüberbrückbar. Ein wenig erinnert das an ein grundlagenwissenschaft- lich-physikalisches Problem: Ist das Licht nun als Welle oder als Teilchen (Photon) zu sehen? Beide Theorien können innerhalb ihres Versuchaufbaus stimmig bewiesen werden, schließen sich jedoch eigentlich gegenseitig aus. Trotz der frühen Beschreibung dieses Problems der modernen Physik durch Max Planck (1900), ist zwar eine Beschreibung, ja mathematische Berechnung, dieses Problems möglich, jedoch nicht die Lösung dieses scheinbaren (?) Widerspruches: die Heisenbergsche Unschärferelation besagt letztendlich, daß die Intention des Experimentators das Ergebnis innerhalb eines mathematischen Systems bestimmt: Je genauer der Ort eines Elektrons gemessen werden soll, desdo ungenauer ist der Impuls zu messen und vise versa. Vielleicht ist das Gleichnis zwischen dem Verhältnis der TCM zur sog. Schulmedizin und der Heisenbergschen Unschärferelation insofern wegweisend, als daß es gedanklich zur Bereitschaft auffordert, in zwei vollkommen verschiedenen Medizinwelten denken zu können.

Lesen Sie dazu: Schmahl F.W., von Weizsäcker C.F., Moderne Physik und Grundfragen der Medizin sowie die Leserbriefe des Deutschen Ärzteblattes (Sie benötigen den kostenlosen Adobe Acrobat Reader).

Ein ähnlich kontroverses Problem stellt sich in der Erforschung der sogenannten Klimakatastrophe. Wird der Anstieg der CO2-Konzentration zu einer Erwärmung der Erdatmosphäre führen oder ist die Aktivität des sogenannten Sonnenwindes der alles bestimmende Faktor? Vertreter beider Lager haben gute Argumente auf ihrer Seite. Doch wird bei der Betrachtung dieses wissenschaftlichen Diskurses insbesondere die Intention ihrer Protagonisten deutlich:

Die Kontroverse der Klimaforscher hat viele Parallelen mit den Kontroversen in der Medizin. Man erforscht ein sehr komplexes und bisher nur teilweise verstandenes System und möchte aus den bisherigen Resultaten Rückschlüsse auf künftiges Handeln ziehen. Doch welche Resultate sind die maßgeblichen? Erdoberflächenerwärmung oder Atmosphärentemperatur? 4000 Jahre Erfahrungsmedizin oder 19 Jahre Evidenzmedizin? Welche Modelle können angewandt werden für eine wissenschaftliche Erklärung? Treibhausgas oder Sonnenaktivität? Physiologie oder 5-Elemente-System?

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Inhalt: Ingenabel , Kirchhoff , Kempfle , Hosbach , Text: Hosbach